Auszug aus dem internen Reglement der Notengebung

  1. Der Unterricht baut auf der Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler auf und fördert diese. Ziel ist es, Lernprozesse auszulösen. Weil der Fokus auf dem Lernfortschritt liegen soll, sollen formative Feedbacks im Unterricht einen wichtigen Platz haben.

  2. Die Noten sind ein Teil des Feedbacks, das zum Begleiten von Lernprozessen gehört, und sie haben entscheidende Bedeutung für die Promotion. Sie sind aber nicht der Zweck des Unterrichts. Für den Lernprozess der einzelnen Lernenden sind Kommentare zur Arbeit sowie zum Verhalten in der Klasse und im Unterricht wichtiger. Es geht unter anderem darum, eine gute Wahrnehmung und Beurteilung der eigenen Fähigkeiten aufzubauen, dazu können auch Selbsteinschätzungen gehören. Als Lehrpersonen müssen wir deshalb die Rückmeldungen während der Lektionen pflegen. Falsches ist als Falsches zu bezeichnen, aber die Schülerinnen und Schüler dürfen keine Angst davor haben, Fehler zu machen. Im Gegenteil: Fehler, wenn sie als solche erkannt werden, bieten Lernanlässe.

  3. Leistungsbeurteilung und Notengebung sind Sache der Lehrerinnen und Lehrer. Sie beurteilen im Rahmen ihres Bildungsauftrags die Leistungen ihrer Schülerinnen und Schüler. Die Leistungsbeurteilung soll für die Schülerinnen und Schüler nachvollziehbar sein, den Fachschaftsrichtlinien und der Schulkultur entsprechen.

  4. Open Book-Prüfungen werden mit zunehmender Reife der Schülerinnen und Schüler selbstverständlich. Dazu gehört auch der Einbezug des Internets; dieser muss aber vorgängig geübt werden und die Schülerinnen sollen mit der Problematik des Plagiierens bekannt gemacht werden.

  5. Die Anzahl massgeblicher Noten soll in der Regel die Anzahl Wochenstunden, die dem Fach im betreffenden Semester zugeteilt sind, nicht unterschreiten. Je nach Fach und Klassensturfe kann die Leistungsbeurteilung von Semester zu Semester unterschiedlich erfolgen.

  6. Semester-Klassendurchschnitte unter 4.2 sollten sich nur bei ausserordentlich schwachen Klassen ergeben. Semester-Klassendurchschnitte über 4.8 sollten sich nur bei sehr guten Klassen oder ausnahmsweise bei aussergewöhnlichen projektorientierten Arbeitsaufträgen ergeben.

  7. Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern unmündiger Lernender haben das Recht, sich auch während des Semestersüber die Beurteilung der Leistungen orientieren zu lassen