Literaturclub auf den ersten Blick

Am 5. September feierte der Literaturclub sein zweijähriges Bestehen. Ein Interview mit den Gründern Marino Gambarara und Matthias Böhni.

Marino Gambarara (links) und Matthias Böhni.

Wie kam es zur Gründung?
Matthias Böhni: Wir haben uns vor zwei Jahren im Teamzimmer immer wieder über Literatur unterhalten. Irgendwann meinte Marino, er würde gern mal in den Literaturclub kommen. Ich sagte: Den gibt's gar nicht. Und dann: Wir beide gründen den!
Marino Gambarara: Literaturclub auf den ersten Blick, sozusagen.

Wie viele waren bei der ersten Sitzung dabei?
Marino Gambarara: Acht. Sechs Schüler:innen und wir zwei.

Und wie hat sich die Mitgliederzahl seither entwickelt?
Marino Gambarara: Sinus-Funktion mit Amplitude zwei – wir schwanken zwischen vier und acht.

Welches Buch hat die Mitglieder am meisten gespalten?
Matthias Böhni: Ganz klar das erste Buch, Nichts von Janne Teller – vor allem die Schüler:innen fanden das kompletten Quatschsinn.
Marino Gambarara: Ich finde eher Verschiebung im Gestein von Mariann Bühler. Ein paar liebten es, der Rest eher nicht.

Worauf sind Sie stolz?
Marino Gambarara: Dass so ein Hochkaräter wie der Böhni – der ja selber ein Buch geschrieben hat [1] – uns immer noch besucht.
Matthias Böhni: Dass wir aus einem spontanen Gespräch heraus einfach mal angefangen haben. Und dass es den Club immer noch gibt.

Was unterscheidet den Club vom normalen Literaturunterricht?
Matthias Böhni: Im Unterricht ist es oft so eine Art Zwangsveranstaltung – Lehrer, Schüler, Noten. Hier ist es auf Augenhöhe und viel freier. So hätte ich es am liebsten auch in den Klassen.

Was würden Sie ändern wollen, wenn Sie könnten?
Matthias Böhni: Eine Stummtaste für Marino wäre praktisch, er hat immer so einen grossen Redeanteil.
Marino Gambarara: Ich fände eher gut, wenn der Böhni mal mehr sagen würde.

Ihr Werbeslogan, um neue Mitglieder zu rekrutieren?
Marino Gambarara: «Literaturclub – da holt man alle ab.» Wir sind wahrscheinlich schweizweit die Einzigen – ein Deutsch- und ein Mathe-Onkel, die gemeinsam einen Literaturclub führen.

Gab es in den zwei Jahren auch mal Herausforderungen?
Matthias Böhni: Klar, wir sind manchmal am Ächzen – wegen Unterricht, Matur und sonstiger Arbeit. Aber wenn ich für den Club keine Zeit mehr habe, habe ich für nichts mehr Zeit.
Marino Gambarara: Wir bleiben standhaft!

[1] Matthias Böhni veröffentlichte im Mai 2026 den Roman «Duett ins Dunkel». Am 23. September 2026 wird jener im Rahmen des Literaturclubs mit dem Autor besprochen (17.05 Uhr, A114). Wer kommen möchte, ist herzlich eingeladen und kann an Matthias Böhni oder Marino Gambarara eine Teams-Nachricht senden.

Interview und Bild: Valentina von Krauland, 6b