Prämiert wurden drei Arbeiten, die sich durch eigenständiges Denken, Innovation und ethische Tiefenschärfe auszeichnen. Zu Javier Sütterlins Arbeit «Restitution von Kulturgütern», betreut von Karin Hunkeler, schreibt der Verein «Liberethica»:
«Die Arbeit befasst sich mit der Frage der Restitution von Kulturgütern, die ihren Eigentümern in kolonialen, kriegerischen oder sonst unrechtmässigen Konflikten entzogen wurden. Sie setzt sich also mit einer brisanten Frage auseinander, die in den letzten Jahren zunehmend an gesellschaftlicher und politischer Bedeutung gewonnen hat. Der Verfasser macht es sich zur Aufgabe, drei unterschiedliche Fälle der Restitutionsfrage miteinander zu vergleichen. Dabei gelingt es ihm rechtliche, moralisch-ethische und politische Überlegungen auf beeindruckende Weise miteinander zu verbinden und die Komplexität des Themas ersichtlich zu machen. Dass in der Arbeit bewusst auf die Behandlung von Raubkunst verzichtet wird und der Fokus auf aktuellen und noch ungelösten Restitutionsforderungen liegt, wertet die Jury als Zeichen beachtlicher Eigenständigkeit. Es ist ein grosses Verdienst der Arbeit zu zeigen, dass bei der Restitutionsfrage stets zwischen rechtlichen und moralisch-ethischen Aspekte zu differenzieren ist und die Restitutionsfrage mit Zielkonflikten verbunden sein kann.»
Ausgezeichnet wurden Arbeiten, die sich mit der Meinungsfreiheit auseinandersetzen und einen Beitrag zu einer Debattenkultur leisten. «Liberethica» ist ein überparteilicher, konfessionell neutraler Verein.