«Unser Geheimnis war, einfach viel zu spielen»

Im Rahmen von «KUE gives back» haben vier Drittklässler Schachkurse an einer Primarschule angeboten – und wurden von Interessierten überrannt.


Dylan O'Dell, Laerte Peralta, Reto Honikel und Sean-Luca Nieth haben im Rahmen des Umwelt- und Sozialprojekts «KUE gives back» Schachkurse für Primarschüler:innen ausgeschrieben. In zwei Tagen hatten sie bereits mehr als 60 Anmeldungen. Da sie die Schüler:innen nicht enttäuschen wollten, haben sie die Gruppen vergrössert und acht statt ursprünglich vier Lektionen sowie zwei statt einem Turnier veranstaltet. Hier geben die vier Jung-Schachpädagogen Auskunft.

Dylan O'Dell, Laerte Peralta, Reto Honikel und Sean-Luca Nieth, seid ihr vom Erfolg überrascht worden?
Ja, definitiv. Wenn wir ehrlich sind, haben wir nur mit zehn Anmeldungen gerechnet und hätten uns niemals erträumen können, so viele Anmeldungen zu erhalten. Wir haben extrem viel Energie und Zeit in dieses Projekt gesteckt, aber am Ende hat es sich gelohnt. Der Weg dahin war nicht perfekt, aber wir haben durch unsere Fehler viele wertvolle Lektionen gelernt.

Was war besonders toll?
Die positiven Rückmeldungen auf unsere Arbeit waren bisher sehr motivierend. Es ist toll, dass so viele Personen unser Projekt unterstützen möchten. Das ruhige und konzentrierte Schachspielen ist etwas, das zwar selten vorkommt, aber umso schöner ist, wenn es passiert. Unsere Highlights werden aber wahrscheinlich die beiden kommenden Turniere sein (am 9. und 11. Juni), auf die sich die Kinder fleissig vorbereiten.

Ihr seid ja keine Lehrpersonen. Wie habt ihr so viele Primarschüler:innen «in Schach gehalten»?
Wir hatten sicher einige Probleme und Planänderungen im Laufe des Projekts, aber wir haben es irgendwie zustandegebracht und das ist die Hauptsache. Zum Glück waren die meisten Kinder sehr motiviert, weshalb es für uns einfach war, sie in Schachstimmung zu halten. Natürlich gab es auch ein paar chaotische Momente, in denen wir sie nicht ganz unter Kontrolle hatten, was für ihr Alter aber ganz normal ist. Unser Geheimnis war, einfach viel zu spielen und so viel wie möglich mit den Kindern zu interagieren. Genau das hat den Kindern auch am meisten Spass bereitet.

Was würdet ihr das nächste Mal anders machen? 
Auch wenn wir uns sehr gefreut haben, würden wir beim nächsten Mal weniger Kinder einladen. Wenn man in einem kleinen Kreis arbeitet, hat man einfach viel mehr Zeit, sich intensiv auf ein Thema zu fokussieren. Es ist eben auch unmöglich, 30 Kinder zu viert unter Kontrolle zu halten. Wenn wir etwas verbessern könnten, wäre es auf jeden Fall das.

Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen, Schachkurse für die Primarschule anzubieten?
Darauf, dass wir etwas mit Schach machen wollten, einigten wir uns recht schnell. Wir sind alle sehr schachbegeistert und wollten auch einmal ausprobieren, den Lehrer zu spielen, und herausfinden, wie es ist, die andere Seite kennenzulernen. Ehrlich gesagt war die Primarschule Männedorf nicht unsere erste Wahl.

Was war denn die erste Wahl?
Zuallererst wollten wir den älteren Menschen im Altersheim Uetikon die Kurse anbieten. Wir entschieden uns jedoch schnell, dass es uns mehr Spass machen würde, jemandem Schach beizubringen, anstatt es jemandem aufzufrischen. Also dachten wir, wir bräuchten ein Alter, das noch nicht so gut Schach spielen kann, das aber motiviert ist und die Fähigkeiten dazu hat. Also fiel unsere Wahl auf eine Primarschule. Wir meldeten uns bei Uetikon und Männedorf. Da Männedorf schneller antwortete, entschieden wir uns für diese. Männedorf war vielleicht nicht unsere erste Wahl, aber im Nachhinein betrachtet sicherlich die beste