Wie eine Achterbahn

Léo Flatt-Jiménez, 6b, hat im Rahmen seiner Maturaarbeit eine EP (Extended Play) mit sieben Songs produziert. Am 8. November hat er dazu ein Konzert organisiert. Valentina von Krauland, 6b, hat mit ihm gesprochen.

Valentina von Krauland: Du hast im Rahmen deiner Maturaarbeit deine eigenen Songs geschrieben, eine EP produziert und passend dazu auch noch ein Konzert organisiert. Wusstest du schon von Anfang an, dass du das als Maturaarbeit machen möchtest?
Léo Flatt-Jiménez:
Lange war mir nicht einmal klar, ob ich überhaupt etwas Musikalisches machen möchte. Zuerst dachte ich an etwas Theoretisches in der Musik-Neurowissenschaft. Am meisten Spass machte mir dann aber doch die Idee, selbst Musik zu machen.

Gibt es dennoch einen roten Faden in deiner EP?
Einen klaren roten Faden gibt es kaum. Die ganze EP ist ein bisschen wie eine Achterbahn – es gibt starke Stil- und Stimmungswechsel. Nicht nur in der gesamten EP, sondern auch in den einzelnen Songs. Vielleicht ist es das, was alle Lieder miteinander verbindet. Ich wollte möglichst vielfältig sein und mich nicht auf einen Stil festlegen: Es gibt Indie- und Alternative-Rock, einen Rap, einen Party-Song, Filmmusik mit Improvisation und experimentelle Stücke.

Wie heisst deine EP und was steckt dahinter?
Es heisst «Malakita». Das Wort ist Spanisch (Malaquita) und bezeichnet einen speziellen Stein, ein Mineral. Ich habe es spontan gewählt, weil meine Mutter mir mal diesen Spitznamen gegeben hat. Der Stein steht sinngemäss für Wandel. Das passte dazu, dass sich die EP während der Arbeit immer wieder in etwas Neues verwandelt hat.

Wie entstehen deine Lieder?
Fast immer mit Improvisationen am Klavier. Ich setze mich hin, ohne genau zu wissen, was ich spielen werde. Manchmal bleibt dabei ein Motiv im Ohr hängen. Daraus entwickle ich dann die Grundstruktur eines Songs. Viele Ideen haben es nicht auf die EP geschafft. Ursprünglich plante ich vier oder fünf Songs, am Ende wurden es sieben. Immer wenn ich am Klavier eine neue Idee hatte, wollte ich sie weiterverfolgen.

Du hast alles selbst aufgenommen und produziert?
Bei einem Song singt meine Schwester mit; im Rap ist mein Cousin zu hören. Ansonsten schon. Ich habe mit Logic-Pro, einer Software für Musikproduktion, gearbeitet. Manche Songs haben fast 200 oder sogar 300 Spuren.

Am 8. November trittst du im Werk 21 des Dynamos in Zürich auf. Was bedeutet dieses Konzert für dich?
Es ist das erste Mal, dass ich so viel Verantwortung in etwas Musischem trage. Aufgetreten bin ich schon früher, aber diesmal bin ich sozusagen der Fokus. Das Konzert zu organisieren war aufwendiger, als ich dachte: Es gab viele Absprachen und über 60 E-Mails. Ich musste eine Security organisieren und eine vierköpfige Band neu zusammenstellen. Jetzt proben wir für den Auftritt.

Worauf dürfen sich die Besucher:innen freuen?
Ein paar Songs werden mit Band gespielt. Andere Stücke setze ich allein um. Ich freue mich sehr darauf, bin aber auch sehr aufgeregt. Bisher sind ungefähr 60 Tickets verkauft. Über 80 Besucher:innen würde ich mich freuen.

Wird «Malakita» auch auf Spotify oder einer anderen Plattform erscheinen?
Im Moment ist die EP auf SoundCloud. Für eine Veröffentlichung auf Spotify möchte ich mir noch mehr Zeit nehmen und alles genau überdenken. Das hängt wohl auch mit meinem Perfektionismus zusammen.


Wann: 8. November 2026; 18:30 Uhr

Wo: Werk 21 (Dynamo Zürich)

Tickets: 10.– CHF (zur Deckung der Raummiete & Nebenkosten) https://eventfrog.ch/de/p/konzerte/indie-alternative/leo-friends-live-im-werk-21-zuerich-7499827490816280216.html

Instagram: https://www.instagram.com/leo.and.friends_live_im_werk21/

Die EP ist hier zu hören: https://on.soundcloud.com/41XCocfxIqgLHviGlH

Interview: Valentina von Krauland, 6b