Selbstwirksamkeit

Nächste Woche findet die Themenwoche Winter statt: «Krieg und Frieden» und «Polarisierung in der Politik» sind die Themen.

Die Sorge, keine Arbeitsstelle zu finden, sei in ihren Klassen sehr gross. Das beschäftige sie derzeit fast am meisten, erzählten mir Maturandinnen neulich. Sie hätten viele Krisen miterlebt: die Klimakrise, Corona, kriegerische Auseinandersetzungen. Und sie wüssten einiges darüber - in vielen Fächern, aber auch in den Medien, würden diese Krisen thematisiert, analysiert und diskutiert.  

In unserer Charta steht in Punkt vier: «Schüler:innen machen an der KUE Selbstwirksamkeitserfahrungen. Wir bieten ihnen Gelegenheiten, eigene Ideen und Vorstellungen zu verwirklichen.» 

Selbstwirksamkeit, also die Fähigkeit, Herausforderungen aus eigener Kraft zu bewältigen, wird als eine Säule der Resilienzentwicklung angesehen. Resilienz bezeichnet die psychische Widerstandsfähigkeit von Menschen. Junge Menschen sollen die Erfahrung machen können: Ich bewirke etwas und das, was ich bewirke, ist gut. Denn sowohl die Selbstwirksamkeit als auch das Vertrauen in sich selbst sind ausschlaggebend dafür, wie zuversichtlich wir in die Zukunft blicken.  

Nächste Woche absolvieren unsere Maturand:innen die gesellschaftspolitische Themenwoche. Im Zentrum steht das von den Schüler:innen gewählte Thema «Polarisierung in der Politik». Die Fachschaften Geschichte und Wirtschaft&Recht planen diese Woche und führen sie mit Unterstützung von einigen Schüler:innen durch. 

Vor diesem Hintergrund war es dem Vorbereitungsteam wichtig, die Woche nicht thematisch, aber vom Fokus her in zwei Hälften zu teilen. In der ersten Hälfte steht die Analyse des Themas im Vordergrund. Eine Professorin für Politikwissenschaft wird in einem Referat historisch herleiten, wie sich die politische Landschaft in den letzten Jahrzehnten verändert hat. In einer Podiumsdiskussion debattieren die Jugendlichen mit Kantonsrät:innen, wie sich die Polarisierung konkret im politischen Tagesgeschäft zeigt. 

In der zweiten Hälfte liegt der Schwerpunkt auf Lösungsansätzen und der Selbstwirksamkeit der Jugendlichen. In einzelnen Projekten beschäftigen sie sich z.B. mit Menschen oder Organisationen, die sich als Teil der Zivilgesellschaft für eine Sache einsetzen und damit etwas bewegen. Wir hören auch ein Referat über das Projekt «Zukunftsrat» mit Ideen, wie Probleme in der Schweiz langfristig gelöst und der Zusammenhalt der Schweizer Gesellschaft gefördert werden können. 

Einige Schüler:innen werden Spezialaufgaben übernehmen. Sie betreuen beispielsweise die anwesenden Politiker:innen, moderieren die Fragerunde und das Gespräch. Gestern war ich im CC der Email von zwei Schülern an die Kantonsrät:innen, die unsere Gäste sein werden. Ich war beeindruckt, wie eloquent und freundlich diese Schüler mit Erwachsenen kommunizieren und wie gut sie solche Anlässe planen können. 

Die Jugendlichen, die für solche besonderen Aufgaben angefragt wurden, haben sich allesamt sehr gefreut und – das ging aus Gesprächen hervor – geschätzt gefühlt.  

Nächste Woche werden Sie daher an dieser Stelle von zwei Schülerinnen lesen – auch als Projekt der gesellschaftspolitischen Themenwoche. Ich freue mich auf den Text sowie die Gedanken von Dina und Sarah. Und wünsche allen Schüler:innen und Lehrpersonen eine interessante Themenwoche. 

Karin Hunkeler 

WB_23_49 

PS: Die 1. – 5. Klassen befassen sich im Rahmen der Themenwoche Winter mit dem Thema «Krieg und Frieden». Der reguläre Stundenplan bleibt bestehen, und in den verschiedenen Fächern wird auf dieses Thema eingegangen. 

PPS: Auch das Projekt «KUE gives back» schafft Möglichkeiten der Selbstwirksamkeit. Einblicke finden Sie hier und hier.