Nicht nur mit der Abgabe wurde eine Kugel ins Rollen gebracht, auch in der Bowlinghalle in Jona wird munter eine Kugel nach der anderen geschoben. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung, es wird viel gelacht und geredet: Der Stress der vergangenen Wochen wird langsam vergessen, und das Schlafdefizit der zahllosen schlaflosen Nächte kann man ja noch wann anders nachholen.
«Hoi Mo!» – «Hoi Matthias!» – «Hoi Eva-Maria!» wird scherzhaft begrüsst. Ein paar haben sich an das Motto des Abends gehalten: Verkleide dich als deine Betreuungsperson.
Mit einer verrenkten Haltung, die an experimentelles Yoga erinnert, wird die schwere Kugel auf die gebohnerte Bahn befördert. Ein kurzer Moment des Loslassens, dann rollt sie. Wie die Maturaarbeit, nimmt auch sie ihren Lauf. Wochenlang wurde an ihr gefeilt, verworfen, ergänzt und korrigiert. Nun ist sie unterwegs – und lässt sich nicht mehr zurückholen.
Während die Kugel rollt – was sich wie eine Ewigkeit anzufühlen scheint –, werden einem die leicht fettigen Finger bewusst. Die Kugel hat abgefärbt. Die Stimmen im Hintergrund verschwimmen. Mittig gestartet, verschiebt sie sich leicht nach rechts, schabt am Rand, kratzt noch die Kurve und schafft es wieder in die Mitte. Unaufhaltsam nähert sie sich ihrem Ziel. Dann der Aufprall: «Strike!»
Text und Foto: Valentina von Krauland, 6b