Maturitätsarbeit

Die Maturitätsarbeit ist ein grosses Projekt, es erstreckt sich über einen längeren Zeitraum und ist zeitlich genau begrenzt. Was während mehreren Monaten passiert, nennen wir einen Prozess. Was man am Ende in Händen hält, ist das Produkt. Für beides tragen Sie selbst die Verantwortung, müssen Sie doch laut Maturitätsanerkennungsreglement «allein oder in einer Gruppe eine grössere eigenständige schriftliche oder schriftlich kommentierte Arbeit erstellen und mündlich präsentieren».

Das Vademecum soll Ihnen helfen, die wichtigsten Eckpunkte und Termine an einem Ort zu finden.

 

Ergänzungsfach (EF)

Als Ergänzungsfach wird ein ergänzendes oder erweiterndes Schul- oder Studienfach bezeichnet. Es wird nach dem Schweizer MAR als ein Pflichtwahlfach am Gymnasium bezeichnet.
Jede Schülerin bzw. jeder Schüler wählt im 11. Schuljahr ein Ergänzungsfach für die 6. Klasse. Die Stundendotation beträgt je 3 Stunden im 6.1 und 6.2.

Sowohl als auch
Inhaltlicher Startpunkt ist eine Fotografie-Arbeit, welche am Anfang des Semesters als erstes Projekt entstehen soll. Alle folgenden Projekte beziehen sich immer wieder im näheren oder weiteren Sinne auf diese Fotografie-Arbeit. So nähern Sie sich einem eigenen Interessenschwerpunkt und einem eigenen gestalterischen Ausdruck.

Eine Auswahl folgender gestalterischer Techniken werden Sie in den einzelnen Projekten kennen und anwenden lernen. Die Auswahl richtet sich nach Ihren Vorkenntnissen und wird am Anfang des EF gemeinsam festgelegt.

Fotografie - Manuelle Fotografie
Holzkarton Druck - Räumliche Gestaltung, grafische Reduktion
3D Modellieren - Modell Landschaft
Zeichnung - Schabkarton, Farbstift, Filzstift, Kohle
Malerei - Ölfarben oder Pigmente
Skizzieren, erzählen, notieren - Zines, Tagebuch zeichnen, Comic
Digital - Photoshop Collage, Illustrator oder Typografie
Siebdrucken im Gemeinschaftszentrum Dynamo
Abschluss - Portfolio Herstellung im InDesign und Druck

Am Ende des Semesters gestalten Sie eine Arbeitsdokumentation in Form eines Heftes oder Magazins. Dieses fasst mehrere Projekte zusammen und kann auch gleich als Vorbereitung für eine Bewerbung für den gestalterischen Vorkurs (beispielsweise der ZHdK) dienen. Die Projekte decken unterschiedlichste gestalterische Techniken und Vorgehensweisen ab, um eine möglichst grosse Bandbreite an Erfahrungen präsentieren zu können.

Gefordert ist ein hohes Mass an Eigeninitiative, Engagement und die Lust am Entdecken.

Humanbiologie – Den eigenen Körper besser verstehen!
In diesem Ergänzungsfach verschaffen wir uns vertiefte Einblicke in ausgewählte Themengebiete und aktuelle Forschungsrichtungen der Humanbiologie und Biomedizin. Wir stellen uns knifflige Fragen zu unserem biologischen Aufbau und untersuchen komplexe Zusammenhänge:

Warum vergeht uns in einem Schreckmoment der Appetit? (Neurobiologie)

Warum kann man nicht gut schlafen, wenn man gestresst ist? (Hormonsystem)

Kann ein Mensch mit nur einer Niere leben? (Ausscheidungssystem)

Warum greifen die Mendelschen Regeln bei vielen Vererbungsmustern nicht? (Genetik)

Warum sieht der Mensch nicht so viele Farben wie ein Schmetterling? (Sinnesorgane)

Welche evolutionären Merkmale prägen unsere moderne Lebensweise? (Evolution)

Nicht nur reden, sondern auch selbst forschen: Wir experimentieren, untersuchen, sezieren und verbringen viel Zeit mit praktischen Arbeiten im Labor, wobei auch eigene Schwerpunkte gesetzt werden können. Wir wagen erste Schritte in der biomedizinischen Forschung und entdecken, wie verschiedene Krankheiten in alle diese biologischen Mechanismen eingreifen können.

Genug Nahrung für 10 Miliarden Menschen
Das ist das Ziel. Aktuell leben fast 8 Milliarden Menschen auf der Erde. Sie teilen sich rund 1.5 Milliarden Hektaren Ackerfläche. Gerecht aufgeteilt stünden jedem Menschen 2000m2 Ackerfläche zur Verfügung. Das wäre genug, um davon zu leben. Trotzdem leidet aktuell ein beträchtlicher Teil der Weltbevölkerung unter Mangelernährung. Alle Bevölkerungsprognosen zeigen, dass es noch mehr Menschen werden und wir bis 2050 mit 10 Milliarden rechnen müssen. Um das Ziel der Ernährungssicherung zu erreichen, werden ganz verschiedene Ansätze verfolgt und verschiedene Thesen vertreten, die sich teilweise diametral gegenüberstehen. Beispiele sind:

  • Die konventionelle und die biologische Landwirtschaft 
  • Gentechnik und Hybridsaatgut 
  • Solidarische Landwirtschaft 
  • Veganismus
  • Landwirtschaft in der Fabrik (vertical Farming)
  • Landwirtschaft auf Dächern mitten in Städten
  • Reduktion von Foodwaste 

Das Ergänzungsfach Geografie stellt Fragen der Nahrungssicherung für die zukünftige Weltbevölkerung ins Zentrum. Wo liegen die aktuellen Probleme? Welche Lösungsansätze gibt es? Welche überzeugen uns aus welchen Gründen mehr als andere? Im Ergänzungsfach werden durch verschiedene Medien und Exkursionen Einblicke in verschiedene Initiativen und Organisationen ermöglicht, die sich mit Fragen der globalen Nahrungssicherung auseinandersetzen und sich für einen Weg entschieden haben. Jeder Schüler und jede Schülerin wird sich mit einem Thema vertieft auseinandersetzen und sich eine Argumentation zurechtlegen. Ausserdem werden wir gemeinschaftlich ein kleines Forschungsprojekt auf die Beine stellen und selber Erkenntnisse gewinnen.

Geteiltes Deutschland und Film
Über vierzig Jahre lang ist Deutschland zwischen 1949 und 1989/90 in zwei Staaten geteilt: die Bundesrepublik Deutschland (BRD) im Westen sowie die Deutsche Demokratische Republik (DDR) im Osten. Beide Staaten gehören im sogenannten Ost-West-Konflikt sich feindlich gegenüberstehenden «Blöcken» an: West- und Ostdeutsche leben in politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich grundverschiedenen Systemen. Konkurrenz und Abgrenzung, aber auch Annäherung und Verbundenheit der Menschen in Ost und West zueinander kennzeichnen das Verhältnis beider Staaten.

Im Ergänzungsfach Geschichte erhalten Schüler:innen die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Aspekten der deutsch-deutschen Geschichte intensiver auseinanderzusetzen: Fragestellungen werden aus historischer, politikwissenschaftlicher, aber auch völkerrechtlicher Perspektive beleuchtet. Im EF Geschichte wird zudem untersucht, wie sich der «Kampf der Systeme» damals und heute in Filmen und Serien niederschlug. Die Teilnehmer:innen werden die Möglichkeit haben, auf die konkreten Inhalte des Ergänzungsfachs Einfluss zu nehmen.

Vom Code zum eigenen Produkt
Wie funktioniert künstliche Intelligenz? Wie programmiere ich meine eigene App oder Internetseite? Wie analysiere ich grosse Datenmengen, um z.B. die Performance eines Geschäfts zu verbessern? Was hat es mit IoT (Internet of Things) auf sich – wie kann ich Haushaltsgeräte miteinander vernetzen? Wie kann man eine Weihnachtsbeleuchtung mit Hilfe eines Mikrocontrollers steuern?

Das Ergänzungsfach Informatik richtet sich nicht nur an erprobte Programmierer*innen, sondern an alle, welche gerne kreativ sind und sich gerne mit Computer, Technik und der vernetzen Welt befassen.

Sie erlernen Grundlagen bzw. erweitern Ihre Kenntnisse in der Programmierung, verstehen, wie Netzwerke und Datenbanken funktionieren, und tauchen in viele weitere spannende Gebiete der Informatik ein. Sie entscheiden dabei, in welchen Bereichen Sie ihr Wissen vertiefen wollen, und dürfen dieses anschliessend in einem grossen, selbst gewählten Projekt anwenden.

Zürcher Musikszene und Kulturmanagement
Das Ergänzungsfach Musik richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler, die sich für Musik und das kulturelle Leben interessieren. Es sind keine instrumentalen Vorkenntnisse nötig.

Im Ergänzungsfach Musik tauchen wir in die lokale Musikszene ein und besuchen verschiedene Konzerte in der Region Zürich. Dabei erleben wir unterschiedliche Musikstile, Konzertorte, Szenen & Menschen sowie Konzepte, wie Kultur in der Region umgesetzt wird. Die Konzertbesuche werden mittels eigener Produktionen begleitet (Blog, Interview, Konzertkritik, …) und auf geeigneten digitalen Plattformen präsentiert. Zudem beschäftigen wir uns in Theorie und Praxisbeispielen mit den diversen Verbindungen von Musik und Gesellschaft, Musik und Markt, Musik und Beruf und lernen unterschiedliche Akteure des kulturellen Lebens kennen (Musiker*innen, Veranstalter*innen, Intendant*innen, u.a.).

Im zweiten Semester widmet sich das Ergänzungsfach dem Projektmanagement: Sie organisieren selber einen kulturellen Abend an der KUE im Rahmen der Themenwoche im Sommer. Sie laden Musikgruppen oder Bands ein (extern bzw. KUE-intern), erstellen ein Budget, Programmheft und Flyer, machen Werbung, sammeln Geld (Fundraising) und schreiben Reden. Falls instrumentale Vorkenntnisse vorhanden sind, gibt es zudem die Möglichkeit, auch selbst aufzutreten.

In beiden Semestern gibt es je nach Wunsch/Interesse der beteiligten Schülerinnen und Schüler auch die Zeit, an eigenen Songs musikalisch zu arbeiten (an den Instrumenten oder mit Gesang).

Für die Konzertbesuche können Kosten bis ca. 100 CHF anfallen.

In die Kraft des eigenen Denkens vertrauen
Der Kurs ist eine Einführung in die Philosophie: In der Auseinandersetzung mit ausgewählten Strömungen, Positionen und Autor*innen soll gezeigt werden, was das Besondere am philosophischen Denken ist. Dabei geht es ebenso um eine Begegnung und Auseinandersetzung mit wichtigen Texten wie auch um das gemeinsame philosophierende Gespräch. Es geht aber auch um spezielle Methoden der Philosophie, etwa um das Gedankenexperiment oder die Analyse von Begriffen.

Im ersten Semester stehen große Fragen aus den beiden grossen Bereichen der Philosophie, der sog. theoretischen und der praktischen Philosophie, im Zentrum, etwa: Was ist Wahrheit? Gibt es einen freien Willen? Können wir uns in andere einfühlen, zum Beispiel wenn sie sagen, sie hätten Schmerzen? Darf man Tiere töten? Was ist eine gerechte Gesellschaft? – Im zweiten Semester wird das Programm zusammen mit den Teilnehmer*innen bestimmt, und es geht um punktuelle Vertiefungen. Nach Möglichkeit wird ein externes Seminar angeboten, um während zwei, drei Tagen in den Bergen zusammen Nietzsche zu lesen. – „Der Fliege den Ausweg aus dem Fliegenglas zu zeigen“ – so hat Ludwig Wittgenstein einmal die Arbeit des Philosophierens beschrieben. Es wäre schön, wenn diese befreiende Kraft des eigenen Denkens erfahrbar würde.

Workout für Körper und Geist
Im Ergänzungsfach Sport werden den Schülerinnen und Schülern durch Verknüpfung von Theorie und Praxis vertiefte Erkenntnisse in den Bereichen Sportmedizin, Trainingswissenschaft, Ernährung, Sportpsychologie und Gesundheit vermittelt. Ein vielfältiges Interesse an sportlichen Bewegungen und am Bau sowie der Funktionsweise des menschlichen Körpers sind Voraussetzungen für den Besuch des Ergänzungsfachs Sport.

Lernziele und -inhalte
Theorie

  • Sportmedizin (anatomisch und physiologische Grundlagen aneignen)
  • Trainingswissenschaft (Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit)
  • Leistungsdiagnostik (Methoden zur Bestimmung der körperlichen Leistungsfähigkeit kennenlernen)
  • Ernährung
  • Sportpsychologie
  • Gesundheit

Praxis

  • Leistungsdiagnostik im Bereich Ausdauer und Kraft (Spiroergometrie, Laktatstufentest, etc.)
  • Erstellung und Umsetzung von Trainingsplänen
  • Vertiefung ausgewählter Sportarten in Technik und Taktik
  • Einführung Langhanteltechnik
  • Exkursionen (Nachwuchsleistungszentrum Fussball, Swiss Olympic Medical Center)
  • Sportevents (SOLA-Stafette, Volleyballturnier, etc.)

 

Einblicke in die Praxis sowie aktuelle wirtschaftliche und rechtliche Fragestellungen

Weshalb kann ein Facebook-Like als strafbare Ehrverletzung gelten?      

Was braucht es, um ein Start-up erfolgreich aufzubauen?      

Wie kann die Konjunktur nach Corona wieder angekurbelt werden, und weshalb sind sich Ökonominnen und Experten nicht einig, wie dies zu erfolgen hat?      

Im Ergänzungsfach Wirtschaft & Recht erhalten Sie einerseits vielfältige Einblicke in die Praxis. Andererseits diskutieren wir anhand von ausgewählten Themen aktuelle wirtschaftliche und rechtliche Fragestellungen.

So erleben Sie bei einer Strafgerichtsexkursion, wie ein Gerichtsprozess abläuft und diskutieren, welche Bedeutung das Strafrecht in unserer Gesellschaft hat. Sie lernen Rechtsfälle in unterschiedlichen Situationen (z.B. als Arbeitnehmerin, Organisatorin einer Party oder Verfasser eines Testaments) zu analysieren und selbständig zu lösen.

Ausserdem erfahren Sie, wie man ein Start-up Unternehmen gründet und dieses erfolgreich führt. Dabei befassen Sie sich u.a. mit Aspekten des Marketings, der Finanzen sowie verschiedenen strategischen Überlegungen von Unternehmen.  

Sie analysieren das aktuelle Wirtschaftsgeschehen im In- und Ausland und erhalten Einblick in die vielfältigen Zusammenhänge der schweizerischen, europäischen und weltweiten Wirtschaft.

Im Unterricht wird dabei Wert gelegt auf vielfältigen Bezug zur Praxis. Gespräche mit Unternehmerinnen und Juristen sowie Besuche bei einem Start-up und im Gerichtssaal veranschaulichen die Themen anhand von aktuellen Praxisbeispielen.

Wahlprojekt 2 (WP2)


Beim WP 2 können Schüler*innen klassenübergreifend jeweils zwei Lehrpersonen wählen. Nach der Wahl trifft sich die Gruppe bereits im vorausgehenden Semester 5.2, um gemeinsam die Thematik abzumachen, mit der man sich im Semester 6.1 beschäftigen wird. Die Lehrpersonen können zu diesem Treffen bereits Vorschläge zur Auswahl und zur weiteren Ausarbeitung machen oder ganz von Anfang an mit der Gruppe nach einem interdisziplinären Thema suchen.

Die 2 Lektionen finden am Donnerstagnachmittag statt, können aber ausnahmsweise auch als Blockunterricht (z.B. an einem Wochenende) erteilt werden.

Zur Wahl stehende Lehrpersonen Teams für das WP 2

Carmen Aus der Au und Ines Petkovic  
Sabrina Barbieri und Olivier Strauss  
Raphael Barengo und Manuel Burkhalter  
Anastasia Behesti und Hannah Raschle  
Orlando Caduff und Roger Riner  
Fabian Carisch und Yamin Zhai  
Lisa Hurter und Sandra Kühne  
Michèle Mühlebach und Danilo Raffaele  

Vormaturen


Die Schülerinnen und Schüler legen zu Beginn der 6. Klasse mindestens eine Vormatur ab. Falls die Wahl auf das Fach Geschichte fällt, erfolgt die Prüfung am Ende der sechsten Klasse.
Die SuS können frei wählen, in welchem Fach sie schriftlich und in welchem Fach sie mündlich geprüft werden. Allerdings müssen sie sowohl eine mündliche als auch eine schriftliche Prüfung ablegen. 

Prüfungsfach aus dem Bereich
der Naturwissenschaften als Vormatur.
Prüfungsfach aus dem Bereich
der Sozialwissenschaften.
  • Biologie oder
  • Chemie oder
  • Physik
  • Geschichte (Matur) oder
  • Geographie (Vormatur)

Studienwochen Herbst 2022

Jürg Berthold und Danilo Raffaele
Nach dem Mauerfall wurde plötzlich viel günstiger Wohnraum frei, Berlin wurde zum Zentrum der alternativen Szene: Künstler, Kreative wie Designer und Programmierer, Startup-Firmen und Think-Tanks siedelten sich hier an. Aus der ganzen Welt kamen spannende Leute nach Berlin – zum Arbeiten, zum Studieren und zum Partymachen in einem der legendären Clubs. Zusammen wollte man die Freiräume gestalten. Gleichzeitig wurde wie an wenigen Orten Weltpolitik greifbar.   

Seit mehr als 200 Jahren ist Berlin eine aussergewöhnliche Stadt: Stadt der aufgeklärten Toleranz und des Preussentums, Weltstadt schlechthin in den Goldenen Zwanzigern, Zentrum zweier Diktaturen, Ort, wo der Kalte Krieg mit dem Fall der Mauer ein jähes Ende findet, Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands… Auf Schritt und Tritt sind die sich überlagernden Schichten der Vergangenheit lesbar, im Grossen wie im Kleinen – von den Prunkbauten bis zu den Einschusslöchern in den Fassaden, die an die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs erinnern, und den Ampelmännchen als letzte DDR-Zeugen. Die weltgeschichtlichen Umbrüche sind hier auch heute noch besonders spürbar. Wer Berlin erkundet, versteht unsere Welt etwas besser.

In diesen verdichteten Kosmos wollen wir während unserer Bildungsreise eintauchen. Sie werden Berlin erkunden, mit uns zusammen und auf eigene Faust, und wir werden mit Menschen zusammentreffen, die wir als Zeitzeugen und Spezialisten befragen können. Stadtentwicklung, Gegenwartsarchitektur und Theaterleben gehören ebenso dazu wie Kneipen- und Clubszene. Gemeinsam wollen wir den Facettenreichtum einer multikulturellen und historisch bedeutsamen Grossstadt erfahren, wie wir sie in der Schweiz nicht kennen.

Hinreise: Sonntag, 2. Oktober 2022

Rückreise: Freitag, 7. Oktober 2022

Kosten: ca. 800 CHF

Orlando Caduff und David Kessler
Wir möchten die Hauptstadt des Vereinigten Königsreich auf unserer Reise aus einem historischen Blickwinkel betrachten und mit mathematischen bzw. wissenschaftsgeschichtlichen Exkursen «anreichern». Die Zeitreise unternehmen wir in eines der dunkelsten Kapitel in Londons Geschichte, nämlich in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Vor Ort werden wir Denkmäler, Luftschutzbunker und andere Sehenswürdigkeiten aus der Epoche entdecken und verschiedenen wissenschafts- bzw. technikgeschichtlichen Spuren nachgehen.

Eine bedeutende Rolle in diesem Kapitel der Geschichte von London spielte beispielsweise der Kryptoanalytiker Alan Turing. Abgesehen von einer spannenden und zugleich tragischen Biografie waren er und sein Team massgeblich an der Entschlüsselung der Enigma beteiligt, der Chiffriermaschine, mit welcher die Deutschen Nachrichten verschlüsselten. Wie der absichtliche Fehlabwurf einer Bombe neben ein deutsches Marineschiff mit dem Knacken der Enigma zusammenhängen, werden wir mit grundlegenden Überlegungen der Kryptologie und u.a. mit einem Workshop im National Museum of Computing in der Nähe von London versuchen nachzuvollziehen und so in eines der geschichtsträchtigsten Kapitel der Mathematik eintauchen.

Aber auch die Militär- und Kulturgeschichte des Kriegs (u.a. mit der Bombardierung Londons durch die deutsche Luftwaffe) soll anhand von Besuchen in Museen und der gemeinsamen Lektüre (u.a. auf der Hinreise) aufgearbeitet werden. Zum Programm gehört auch ein Besuch der Churchill bzw. Cabinet War Rooms, der ehemals geheimen Kommandozentrale der britischen Kriegsführung im Zweiten Weltkrieg, welche wiederum eine Auseinandersetzung mit Winston Churchill voraussetzt. Damit die Reise nicht zu einer Art «personenorientierten Geschichtsschreibung» zu werden droht, diskutieren wir zusammen eine Geschichtsdarstellung nach dem Motto «Grosse Männer (z.B. Churchill) machen Geschichte» kritisch.

Als Vorbereitung dienen uns entsprechend u.a. die preisgekrönten Filme «Die dunkelste Stunde» («Darkest Hour») und «The Imitation Game», aber auch Auszüge aus Churchills Kriegserinnerungen («The Second World War» bzw. auf Deutsch «Der Zweite Weltkrieg»).

Abfahrt Hinreise (ca. 8 Stunden): Sonntag, 2. Oktober 2022 am frühen Vormittag (gemäss derzeitigem Fahrplan um 07:34 Uhr)

Ankunft Rückreise (ca. 11 Stunden): Freitag, 7. Oktober 2022 am frühen Abend (gemäss derzeitigem Fahrplan um 18:52 Uhr)

Kosten: ca. 850 CHF

 

Stefan Damiano und Roger Riner
Wer denkt nicht gleich an Pizza, Spaghetti und Maradona, wenn er Napoli hört? Dass die Hauptstadt der Region Kampanien aber noch viel mehr zu bieten hat als nur kulinarische Leckerbissen und Calcio, wollen wir gemeinsam mit Ihnen entdecken. So gehören zu Neapel auch der Vesuv, der Golf, das Castel dell’Ovo, die Kathedrale, die Katakomben, die Bourbon-Galerie und vieles mehr. Im Jahr 1995 wurde das historische Stadtzentrum für seine Kulturmäler von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Auf unserer Studienreise werden wir Gelegenheit haben, die Stadt Neapel und ihr Umland nicht nur auf der Suche nach den historischen Schönheiten, sondern auch auf jener nach den Schätzen der Natur zu erkunden. Dazu gehört natürlich in erster Linie der Vesuv, der als immer noch aktiver Vulkan die Menschen erinnern sollte, dass die Stadt auf einem vulkanischen Pulverfass sitzt, und dessen Ausbruch im Jahr 79 n. Chr. das Ende der römischen Städte Pompeji und Herculaneum bedeutete. Die Ausgrabungsstätten und Ruinen geben uns heute die Möglichkeit, Einblick in das Leben der Menschen vor 2000 Jahren zu nehmen. Neben dem Vulkan und der Grossstadt werden wir auch das tyrrhenische Meer mit den Inseln des kampanischen Archipels besuchen, und die malerische Amalfiküste mit den berühmten Zitronen steht ebenso auf dem Programm. Selbstverständlich darf dabei auch das eine oder andere gelato artigianale nicht fehlen!

Hinreise: Sonntag, 2.Oktober 2022

Rückreise: Freitag, 7. Oktober 2022

Kosten: ca. 750 CHF

Iris Haas und Lisa Hurter
Georgien – ein Land, eingebettet in die wilden Berghänge des Kaukasus, an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien, während 200 Jahren immer wieder bestimmt durch russische Fremdherrschaft. Auch heute, 30 Jahre nach der Unabhängigkeit, kämpft Georgien um eine eigenständige Position in der Region.

Wie definieren Georgier*innen ihre Identität? Gibt es so etwas wie eine nationale Identität? Wir suchen nach Spuren des georgischen Nationalbewusstseins: Aus welchen Grundpfeilern besteht das georgische Selbstverständnis? Wie gehen Georgier*innen mit dem Erbe der Sowjetunion und der chaotischen Zeit nach der Unabhängigkeit um? Wie sehen sie heute Russland und mit welchem Blick schauen sie nach Europa?

Von Tbilisi aus gehen wir aufs Land, sprechen mit jungen und älteren Menschen, mit Schüler*innen, Musiker*innen und Bäuer*innen, mit Angehörigen von ethnischen Minderheiten und Zeitzeug*innen des Augustkrieges von 2008 und machen uns ein Bild der komplexen georgischen Geschichte und Gegenwart.

Hinreise: Sonntag, 2. Oktober 2022

Rückreise: Samstag, 8. Oktober 2022

Kosten: ca. 800 CHF (alles inkl.)

Olivier Strauss und Sportlehrpersonen
Mit dem Velo von Uetikon am See bis ans Mittelmeer. Rund 800km und 6000Hm in 8 Tagen. Und das alles nur mit der eigenen Muskelkraft. In dieser Studienwoche sind Durchhaltevermögen, Teamwork und eine gute körperliche Fitness gefragt. Ein unvergessliches Abenteuer ist garantiert.

In verschiedenen Velogruppen werden wir tägliche Etappen von ca. 100km zurücklegen. In Jugendherbergen wird gemeinsam gekocht und über die Erlebnisse des Tages diskutiert. Auf dem Velo lernen wir die Schweiz und Frankreich von einer neuen Seite kennen. Dem Süden entgegen werden wir an tiefblauen Seen vorbeiradeln, Pässe erklimmen und wunderschöne Pinienwälder durchqueren, bis wir am letzten Tag das erste Mal unser Ziel, das Mittelmeer, erblicken.

Die Studienreise dauert 9 Tage (Samstag bis Sonntag) und ist auf 20 Teilnehmer:innen begrenzt. Die Schüler:innen fahren in zwei Gruppen, die von jeweils zwei Lehrpersonen auf dem Velo unterstützt werden. Ein Begleitfahrzeug wird auf der ganzen Strecke dabei sein und das Gepäck transportieren. Zurück wird mit dem Zug gereist.

Auf dieser Abenteuerreise lernen die Schüler:innen ihre physischen und psychischen Grenzen kennen. Interessierte Schüler:innen sollten bereit sein, sich in der Freizeit auf diese sportliche Herausforderung vorzubereiten. Im Vorfeld der Reise finden Orientierungsmeetings und eine Probefahrt statt. Auf dem Instagram Account «kue_on_the_road» erhalten Interessierte Einblicke in die letztjährige Reise.

Hinreise: Samstag, 1. Oktober 2022

Rückreise: Sonntag, 9. Oktober 2022

Kosten: Ca. 950 CHF (8 Nächte, 9 Tage)