Vive Le Röstigraben! Oder eben doch nicht?

Die 3b und die 4d trafen sich Ende März in Biel/Bienne mit zwei Gymnasialklassen aus St. Maurice VS. Une belle expérience!

LEROESTIGRABEN – Das Lösungswort der Stadtrallye in Biel (oder Bienne?), welches an diesem Tag nicht nur als Lösungswort agierte, sondern auch zu Beginn des Tages stark spürbar war. Als wären sie wie Magnete, die sich abstossen, formten sich beim ersten Aufeinandertreffen zugleich zwei Fronten am Bahnhof Biel.

Die 4 Klassen (jeweils zwei Klassen aus St.Maurice und zwei Klassen der KUE) trafen sich zum ersten Mal in Person, nachdem sie bereits vorher online im Austausch gewesen waren. Die Klasse 4d (Französischlehrerin Karin Kind) hatte schon mehrere Austausche vorher, während die Klasse 3b (Französischlehrerin Deborah Grunder) die Partnerklasse aus St.Maurice erst vor kurzem online kennengelernt hatte.

Das Ziel solcher Austausche ist es, die Sprache alltagsnäher zu bringen und den Schüler:innen einen echten Lebensbezug zu geben zur (französischen) Sprache. Zudem kann das auch eine schöne Abwechslung bieten zu den lehrreichen Grammatik- und Literaturlektionen.

So versuchen wir als Französischfachschaft verschiedene Möglichkeiten zu kreieren, die Sprache zu erleben und nicht «nur» zu lernen, wie z.B. die Stages in der 5.Klasse. Dieses Erleben der Sprachen war an diesem Tag im Zentrum, da der ausgewählte Ort – Biel/Bienne – sich mitten im Röstigraben befindet und mit seiner Zweisprachigkeit ein optimales Ziel ist, um die Sprachvielfalt darzustellen.

So stellten sich die Partnerklassen dann in ihre vorhereingeteilten Gruppen mit ihren Tandempartner:innen gemeinsam der Stadtrallye und lösten Aufgaben abwechselnd auf Französisch und Deutsch. Insgeheim war die Stadtrallye aber nur die «Side-Quest» (wie die Jugendlichen heute so schön sagen) des Tages. Die eigentliche Haupt-Quest des Tages war, einen lebensnahen und echten Bezug zur Sprache aufzubauen und Freundschaften zu bilden mit französischsprachigen Schüler:innen. Die Stadtrallye war dann der «side kick», der es vergessen liess, dass man in der jeweiligen Sprache redete.

Leider war das Wetter nicht der beste «side kick» an diesem Tag. Und doch machten die Schüler:innen das Beste daraus und konnten dann bei einem Zwischenstopp in Bern auch noch ein paar Sonnenstrahlen geniessen, was sinnbildlich für den ganzen Tag steht. Vom anfänglich sichtbaren Röstigraben zwischen den Klassen war nichts mehr zu sehen und zu spüren. Man tauschte Nummern und Snapchat aus, damit man weiterhin im Kontakt bleiben könne. Andere fragten, ob wir dies nochmals machen könnten. Das Ziel – die Sprache also lebensnaher zu machen – war völlig erreicht und wir Lehrpersonen schauen positiv zurück auf diesen gelungenen Tag.   

Zum Abschluss noch ein Zitat, welches mich zum Schmunzeln gebracht hat: «Ich habe es mir viel schlimmer vorgestellt, aber es war eigentlich ganz okay.»

Deborah Grunder